
Geschichte
Wie alles begann … der Viertaktmotor – Anfang und Ende einer Idee
2001 kam ich auf die Idee, meinen eigenen Kartmotor zu fertigen.
Die Idee war geboren worden aufgrund einer Vorgabe der EU, die Zweitaktmotoren als nicht mehr zeitgemäß erachtete. Es war schon immer mein Traum gewesen, ein eigenes Produkt auf den Markt zu bringen und da keine Viertaktmotoren für Gokarts auf dem Markt waren, hatte ich die „zündende“ Idee – “..wenn es keinen gibt, dann bauen wir eben einen”.
Einige gute Gründe sprachen dafür. Der Maschinenpark und qualifiziertes Personal für dieses Vorhaben waren vorhanden und da Kart- und Motorsport schon immer mein Hobby waren, hatte ich gute Kontakte zu den entsprechenden Personen in der Branche, wodurch der Absatz der Motoren gewährleistet sein würde.
Außerdem gab uns dieses neue Produkt die Möglichkeit, wirtschaftlich schlechte Zeiten zu überbrücken, Arbeitsplätze und Produktionsstätten zu erhalten anstatt abzubauen. Die produzierte Ware könnte dann in besseren Zeiten erfolgreich auf dem Markt abgesetzt werden. Dieses Ziel war allerdings nur mit einer guten Portion Idealismus zu erreichen.
Nach einem Jahr signalisierte dann auch noch ein Entwicklungsdienstleister Interesse an dem Produkt, und es kam im Bereich Einspritzung für einen Einzylindermotor zu einer erfolgreichen Zusammenarbeit.
Nach Investitionen im 6-stelligen Euro Bereich, stießen wir jedoch immer mehr auf Widerstand seitens der CIK oder des DMSB, woraufhin wir uns auf Hobbyfahrer als Zielgruppe konzentrieren wollten.
Aber hier werden nicht die hohen Stückzahlen erwartet. Außerdem kann ein Zweitaktmotor für ca. 30% der Kosten eines Viertaktmotors gefertigt werden.
Als sich dann 2004 herausstellte, dass die Zweitakter nicht verboten werden sollten, war der Plan betriebswirtschaftlich nicht mehr zu verantworten.
Das Schicksal wollte es jedoch anders – eine neue Idee wird geboren
Auf Umwegen, von einem Geschäftsfreund, der selbst an Europameisterschaften im Kartrennen teilgenommen hatte, erfuhr ich, dass schon 2002 jemand aus der Kart-Branche Interesse an einem Wankelmotor bekundet hatte. Damals war ich, Josef Rothkrantz, ohne mein Wissen als Hersteller für diesen Motor im Gespräch gewesen.
Da bekannt war, dass ich mit der Konstruktion eines Viertakters in vollem Umfang beschäftigt war, kam man nicht auf mich zu und so geschah es, dass die komplette Konstruktion in die Hände eines italienischen Kartherstellers gegeben wurde. Die Zusammenarbeit scheiterte jedoch zwei Jahre später, im Jahr 2004.
Zu jener Zeit gab ich dem Viertaktmotor in der Kartwelt keine Chance mehr und so sollte am Ende zusammen kommen was zusammen gehört. Im Mai 2004 wurde das Projekt Wankelmotor an mich herangetragen.
Hierbei machte ich die Bekanntschaft von Herrn Paul Andreas Woelfle, einem absoluten Kart-Insider. Er war es, der mir die Möglichkeiten und Chancen eines Wankelmotors überzeugend vermittelt hat und dem es gelang, mich für das Projekt zu begeistern, denn Herr Woelfle hatte bereits einen komplette Wankelmotorkonsturktion fertig. Schon eine Woche später, Ende Mai 2004, wurde unsere Zusammenarbeit besiegelt.
Natürlich war ich mir der Tatsache vollkommen bewusst, dass auch schon andere, viel größere Firmen als meine, sich an Wankelmotoren versucht hatten und letztendlich alle daran gescheitert waren.
Sehr viele haben mir von dieser technischen Baustelle abgeraten, aber gerade hier lag für mich als Techniker die Herausforderung.
Im August 2004 war es dann endlich soweit. Nach großen technischen Anstrengungen wurden die ersten Wankelmotoren ausgeliefert und das Projekt Viertaktmotor endgültig auf Eis gelegt.
Rückblickend gesehen war es die richtige Entscheidung gewesen.
Ausblick in die Zukunft
Durch intensive Weiterentwicklung, modernste CNC-Fertigungsmaschinen, hochqualifizierte Mitarbeiter und durch den Einsatz von Hi-Tech in der Materialauswahl, der Beschichtung oder beim Härteverfahren, werden wir den Wankelmotor auf ein immer höheres Niveau bringen. Durch unabhängige Entscheidungsmöglichkeiten sind wir in der Lage, sehr schnell Produktverbesserungen im Fertigungsprozess zu realisieren.
Auch hat sich mittlerweile herausgestellt, dass es noch mehr unterschiedlichste Anwendungsgebiete für den Wankelmotor gibt.
So produzieren wir Wankelmotoren nicht mehr ausschließlich für Karts, sondern auch für Paraglider, Flugzeuge, Hubschrauber, sowie für Stromaggregate und BHK-Werke. Eine große Zukunft liegt auch vor dem Wankelmotor als Range Extender.
Grundsätzlich können Wankelmotoren da eingesetzt werden, wo Leistungsgewicht eine große Rolle spielt. Und wenn, wie beim Wankelmotor der Fall, zudem keine Vibrationen auftreten, ist das nur sehr schwer für einen anderen Verbrennungsmotor zu überbieten.
